Fürstin Juliane

„So wie Juli­ane allen Gewis­sens­zwang und alle Glau­bens­des­po­tie von gan­zem Her­zen ver­ab­scheute, so liebte und begünstigte...

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Annika Fauth
Kultur und Tourismus

Die Fürstin verwirklichte fortschrittliche Ideen ihrer Zeit. Juliane von Schaumburg-Lippe regierte ab 1787 in Vormundschaft ihres Sohnes und verteidigte die Grafschaft gegen hessische Besitzansprüche. Sie förderte die Volksbildung, ließ einen Landschaftspark anlegen und erzog ihre Kinder an der Bückeburger Residenz zu einer naturnahen Lebensweise. In ihrem Auftrag verfasste der Arzt Bernhard Christoph Faust einen Gesundheitsratgeber. Zudem ließ die volksnahe Landesherrin die Schwefelquellen in Eilsen zu einem öffentlichen Kurbad ausbauen.

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Lebenslauf

Fürstin Juliane von Hessen-Philippsthal war von 1787 bis 1799 Regentin von Schaumburg-Lippe und verwirklichte in dieser Zeit viele fortschrittliche Ideen, wie den Ausbau der Schwefelquellen in Eilsen zur öffentlichen „Brunnen- und Badeanstalt“.

Als fünftes Kind des Landgrafen von Hessen-Philippsthal und seiner Gemahlin Landgräfin Ulrike Eleonore von Hessen-Philippsthal-Barchfeld wurde Juliane Wilhelmine Louise am 8. Juni 1761 in Zütphen (Niederlande) geboren. Sie wurde in einer weltoffenen häuslichen Umgebung, teilweise auch in Herzogenbusch, erzogen und genoss eine umfassende aufgeklärte Bildung.

Im Jahr 1780 wurde sie mit Graf Philipp II. Ernst zu Schaumburg-Lippe vermählt. Philipp Ernst war zum Zeitpunkt der Eheschließung fast 30 älter als die 19-jährige Juliane. Das Paar bekam vier Kinder: Eleonore Luise (1781–1783), Wilhelmine Charlotte (1783–1858), Georg Wilhelm (1784–1860) und Karoline Luise (1786–1846). Nach nur sieben Jahre Ehe starb Philipp Ernst. Die 26-jährige Juliane übernahm daraufhin die Regentschaft in Vormundschaft für ihren Sohn.

Energisch leistete sie Widerstand gegen die Besitzansprüche des Landgrafen von Hessen, der unmittelbar nach dem Tode Philipp Ernsts Schaumburg-Lippe besetzte und seine Truppen einmarschieren ließ. Fürstin Juliane floh zunächst, wehrte sich aber juristisch, politisch und publizistisch und gewann schließlich das verschuldete Land zurück.

Sie unterstützte die einheimische Wirtschaft und beschränkte die üppige Hofhaltung der Bückeburger Residenz. Dem Ideal der wohltätigen Landesherrin in der Zeit der Spätaufklärung verpflichtet, förderte sie die Volksbildung, das Schulwesen, den modernen Straßenbau, die Einlagerung von Getreide zur Vermeidung von Teuerungen und Bemühungen um die Assimilation der Juden.

Persönlich lebte sie nach dem Tod ihres Gemahls in unkonventioneller Lebensweise: In einer nichtehelichen Beziehung zum Forstmeister Clemens August von Kaas gebar sie drei Kinder. Entgegen den aristokratischen Regeln erzog die Regentin ihre Kinder zu körperlicher Ertüchtigung in der Natur und gesunder Lebensweise. Den Arzt Bernhard Christoph Faust förderte sie stark bei der Einführung der Pockenschutzimpfung und beauftragte ihn mit dem Verfassen eines Gesundheitsratgebers.

Ab 1794 ließ sie die Schwefelquellen in Eilsen zur öffentlichen „Brunnen- und Badeanstalt“ ausbauen.

Am 9. November 1799 starb Juliane im Alter von nur 38 Jahren.

Nach ihrem frühen Tod wurde der Ort weiter zu einem Kurbad ausgebaut und 1971 als „Staatliches Heilbad“ anerkannt.

Kulturtouristische Angebote

Weitere Informationen zu Fürstin Juliane und Bückeburg als frauenORT:
https://www.bueckeburg.de/Bueckeburg-als-Frauenort


Stadtrundgang zum Selbstentdecken
Fürstin Juliane – eine unkonventionelle Regentin
Faltblatt für selbstorganisierte Touren zum Herunterladen [HIER]

Stadtführung
Auf den Spuren von Fürstin Juliane zu Schaumburg-Lippe (1761-1799)
Informationen und Buchung: Tourist Information
https://www.bueckeburg.de/de/Tourismus-Kultur/Staunen-und-Erleben/Historisches-Weserbergland

Hotel-Arrangement
Fürstin Juliane – eine moderne Frau im 18. Jahrhundert
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weitere Informationen:
https://www.bueckeburg.de/de/Tourismus-Kultur/Kurztrip-nach-Bueckeburg/Bueckeburg-in-2-bis-3-Tagen


Alle Informationen über:
Tourist-Information Bückeburg
https://www.bueckeburg.de/Bueckeburg-als-Frauenort
Tel.: 05722-893181, tourist-info@bueckeburg.de


Julianenraum
, Schloss Bückeburg

Julianensuite, Hotel „Grosse Klus“

 

Der frauenORT Fürstin Juliane entstand in Kooperation mit der Gleichstellungs-beauftragten des Landkreises Schaumburg und wurde im März 2014 eröffnet.

 

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